Grünflächenpatenschaft in Aachen

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Bei uns an der Ecke ist, wie an vielen Straßenecken in der
Stadt, eine Grünfläche, die bis vor kurzem vor sich hin vegetierte. Das Gestrüpp
sammelte leere Jägermeisterflaschen und Betonfußteile von einem entfernten
Straßenschild.
Da hatten es andere Grünflächen besser, um die kümmerten
sich Paten, wie man aus den aufgestellten Schildern schließen konnte.
Doch wie funktioniert eine solche Patenschaft? Die
Internetseite der Stadt Aachen ist für Informationen nicht sehr hilfreich. Dort
ist unter anderen die Rede von der Pflege einer Baumscheibe (eine abgesägte
Scheibe vom Baumstamm?) und es werden eine sehr umfangreiche Zuständigkeiten
aufgezählt. Auch das städtische Callcenter hat keinen Überblick.

Mit einer E-Mail erreichte ich entsprechende
Ansprechpartnerin und ganz schnell war mir die Patenschaft unserer Ecke übergetragen.
Alles easy, der Pate kümmert sich in Zukunft um die Grünfläche, als wäre es der
eigene Garten. 
Frau Grünflächenpflege sorgte für die schnelle Umsetzung, die
sehr radikal ausfiel. Die Stadt entfernte alles bis auf den großen, Jahre alten
Baum und hinterließ dafür ein Schild: Für diese Grünfläche haben Bürger eine
Patenschaft übernommen. So wurde also im Handumdrehen aus der Ecke eine
Hundetoilette geschaffen.

Nach den Herbstferien habe ich die Hundetoilette in eine
Spießerecke umgewandelt. Während ich Hunderte von Blumenzwiebeln in den Boden
versenkte, verwickelte ich mich in ganz viele Nachbarschaftsgespräche, die Zeit
verging wie im Fluge. Und am Ende musste ich den Rollrasen, der seit morgens in
meinem Auto wartete, am späten Abend verlegen.
Für die Hundehaufenbeseitigung habe ich ein
Tütenspenderhäuschen aufgestellt. Erstaunlicherweise sind die Tüten immer sehr
schnell aufgebraucht, aber dafür sind nur noch ganz, ganz selten Hundehaufen auf
dem Grün.

Nun forderten mich nur noch die Autoparklegastheniker
heraus. Einmal über die Spießerecke abgekürzt parken und schon wachsen da
demnächst keine Blumen mehr? Ha, an der Ecke stehen nun in Mützen eingemummelt
Zaunpfähle!


Notiz an mich: Sollte es mir langweilig sein und ich mich einsam
fühlen, muss ich nur mit einer Schaufel zur Grünfläche an die Ecke!

1 Kommentar

  1. Hallo Uta,
    das ist ja eine tolle Aktion. Hier auf'm Land hat jeder seinen Vorgarten. Zusätzlichen Grünflächen gibt es nicht (wäre hier auch unnötig). Die städtischen Grüninseln sind ja doch meistens echt fad. Toll, dass du nun eine Ecke "aufpimpst". Hoffe, die Blumenzwiebeln sprießen bald (in meinem Vorgarten fangen die Krokusse bald zu blühen an und die Osterglocken sind um die 25 cm hoch – ein bisschen früh dran sind die) und freue mich auf viele kreative Ideen von dir.
    Liebe Grüße, Katharina von 4Freizeiten

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